Vorsicht Urheberrecht: Nicht jede Datei kann nach Lust und Laune verwendet werden

Vorsicht Urheberrecht: Nicht jede Datei kann nach Lust und Laune verwendet werden

Was Sie beim Download von Dateien beachten sollten

Bei der Nutzung von Filmen, Musik, Grafiken oder Fotos aus dem Internet muss stets das Urheberrecht beachtet werden – auch dann, wenn es sich nur um die private Nutzung handelt. Wir haben für Sie zusammengefasst, worauf Sie achten müssen, damit Sie beim Download nicht in kostspielige Abmahnfallen tappen.

Das Urheberrecht soll die Schöpfer von „Werken“ davor schützen, dass ihre Kreationen ohne Einwilligung oder sogar gegen ihren Willen genutzt, verbreitet oder verändert werden. Ein Werk wird dem Urheberrechtsgesetz (UrhG) zufolge dann als schützenswert betrachtet, wenn es aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft oder Kunst kommt und ein besonderes Maß an Kreativität oder Individualität vorweist. Dabei kann es sich um Melodien, Songtexte, Notenblätter und Kompositionen, Texte und Reden, Fotografien, grafische Darstellungen oder auch Filme und Videos handeln. Interessant ist die Einordnung von Software-Programmen, die auch den Bestimmungen des UrhG unterliegen. Diese werden nämlich der Kategorie der Sprachwerke zugeordnet – eben weil sie auf einer Programmiersprache basieren.

Verschiedene Rechte unter einem Dach

Das Urheberrecht fasst verschiedene Einzelrechte zusammen. So besagt zum Beispiel das Verwertungsrecht, ob und wie ein Werk genutzt werden darf, also unter welchen Umständen beispielsweise Notenblätter heruntergeladen und ausgedruckt, Filme angeschaut oder Fotos auf einer anderen Website eingebunden werden dürfen. Die Urheberpersönlichkeitsrechte sorgen dafür, dass ein Werk nicht entstellt wird. Bevor Sie also den Song eines bestimmten Liedermachers bearbeiten und mit eigenen Veränderungen „entstellt“ wieder im Internet präsentieren, sollten Sie dringend klären, ob und inwiefern eine künstlerische Überarbeitung für den Urheber in Ordnung ist. Als drittes wichtiges Urheberrecht ist das Vervielfältigungsrecht zu nennen. Es spricht dem Urheber die Entscheidung darüber zu, wie, wie oft und von wem sein Werk kopiert werden darf.

Internet ist verlockende Quelle

Die Online-Welt ist ein wahrer Fundus an interessanten Werken aus Film, visueller Kunst, Musik und Literatur. Doch nur, weil Sie eine Datei herunterladen, anschauen oder auch weitergeben können, heißt das noch nicht, dass dies nach den Prinzipien des Urheberrechts auch in Ordnung ist. In der Tat ist es so, dass Urheberrechtsinhaber teure Mahngelder in Rechnung stellen können, wenn sie einer nicht genehmigten Verwertung auf die Schliche kommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Angemahnte sich bewusst oder unwissentlich entgegen den gesetzlichen Vorgaben verhalten hat. Wenn Sie allerdings einige Eckpunkte beherzigen, dann bewegen Sie sich auch im Internet stets auf der UrhG-sicheren Seite.

Abmahnfallen vermeiden

Der häufigste UrhG-Fauxpas im Internet ist das unerlaubte Vervielfältigen von Werken. Ein Beispiel hierfür ist der so genannte Bilderklau. Nutzen Sie deshalb nie ein fremdes Foto (oder auch ein Video) ohne Einwilligung für Ihre Web-Profile, Social-Media-Postings oder Foreneinträge. Grundsätzlich sollten Sie davon ausgehen, dass alles, was Sie nicht selbst entworfen und kreiert haben, jemand anders gehört. Der einfachste Weg, um ein Werk dennoch herunterladen und nutzen zu können, lautet wie so oft: Fragen kostet nichts. Klären Sie direkt mit dem Urheber ab, ob er mit einer Nutzung, Veränderung oder Vervielfältigung seines Fotos, Filmes, Gedichtes, Fachartikels etc. einverstanden ist. Wenn Sie dann noch das Bild, die Grafik oder den Film direkt mit dem Urheberhinweis versehen, dann sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite.

Streaming und Sharing liegen in Grauzone

Viele Experten betrachten das Mitschneiden von Diensten wie Spotify oder auch Mitschnitte von Radiosendungen ebenso wie von Werken, die über Film-Streaming-Anbieter bereitgestellt werden, als legal – besonders dann, wenn der „Mitschneider“ ein Abo beim entsprechenden Dienst hat. Wichtig ist hier allerdings, dass es sich ausschließlich um eine Privatkopie handelt. Sie dürfen Ihre Lieblingsserie auf Netflix, Amazon & Co. also nicht einfach beliebig oft vervielfältigen und dann im gesamten Freundeskreis verschenken. Sich selbst dürfen Sie allerdings eine Kopie (als Datei auf dem Endgerät oder auf einem separaten Datenträger) machen – zum Beispiel für den Fall, dass Sie einen Film anschauen wollen, während Sie keinen Zugriff auf das Internet haben. Sobald Sie allerdings rechtliche Hinweise, dass keine Kopien vorgenommen werden dürfen, oder sogar einen Kopierschutz umgehen, begehen Sie eine bewusste Verletzung des UrhG. Das Streaming und Sharing von Filmen und Audio-Files auf Social-Media-Kanälen wird derzeit oft geduldet, eine endgültige Rechtsprechung zu diesem Thema steht allerdings noch aus.

Grundsätzlich gilt deshalb: Haben Sie Zweifel, inwiefern eine Kreation geschützt ist, oder besteht keine Möglichkeit, einen Urheber zu kontaktieren, um sein Einverständnis einzuholen, dann verzichten Sie lieber auf den Download und die Weiterverwendung eines bestimmten Werkes.