Videotelefonie – So funktioniert’s!

Videotelefonie hat sich in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Form der Kommunikation entwickelt. Nutzten vor zwölf Jahren erst 15 Prozent aller Deutschen, die im Internet unterwegs waren, die Bildübertragung, so waren es nach Angaben des Statistikportals Statista im vergangenen Jahr bereits über 55 Prozent. Ob im Geschäftsleben oder im privaten Bereich – Videotelefonie erleichtert das Leben, spart Kosten und macht Spaß.

Einfache technische Ausstattung und schnelles Internet

Ein Videotelefon ist ein Telefon mit Bildschirm. Heutige Mobiltelefone haben sowohl Kamera als auch Bildschirm integriert. Auch am Desktop kann man miteinander per Video kommunizieren, denn nahezu alle Computer verfügen über Kamera und Mikrofon. Neben dieser einfachen technischen Ausstattung und einem entsprechenden Programm braucht es ein stabiles Internet, um entsprechende Datenmengen transportieren zu können. Langsame Internetverbindungen bieten nur eine sehr unzureichende Bildqualität.

Vertrauen schaffen und Kosten sparen

Videotelefonie durchdringt unseren Alltag heute in vielen Bereichen. Privat wird sie vor allem genutzt, um sich beim Telefonieren sehen zu können, neueste Einkäufe zu zeigen, mit den Freunden zu Hause Urlaubsimpressionen zu teilen oder der Verwandtschaft per Videotelefonie den Nachwuchs zu präsentieren.

Oft und gern angewendet wird die Videotelefonie in der Aus- und Weiterbildung. Zahlreiche Unternehmen haben sich inzwischen auf Online-Seminare spezialisiert – die für die Teilnehmer bequem und für die entsendenden Firmen kostengünstig sind. Unternehmen nutzen Videokonferenzen, um Mitarbeiter in anderen Betriebsteilen, im Homeoffice oder in weit entfernten Ländern an Besprechungen teilnehmen zu lassen. Das spart enorme Reisekosten. Auch der Kontakt mit Kunden läuft zunehmend über Videotelefonie. Das schafft Vertrauen. Mimik, Gestik und Körpersprache sind bei der Videotelefonie wie beim direkten Kontakt zu erleben. So können Reaktionen des Gegenüber besser eingeschätzt und Missverständnisse vermieden werden.

Augen, Ohr und Stimme für kranke und alte Menschen

Für den technischen Support lässt sich Videotelefonie ebenfalls nutzen. Ein erster Blick auf ein defektes Gerät oder eine Maschine und eine kurze Demonstration per Video sagt einem Fachmann mehr als tausend Worte, um Fehler zu identifizieren.

Ungeahnte Möglichkeit hat der Einsatz von Videotelefonie im medizinischen Bereich. Online-Sprechstunden, bei denen sich Arzt und Patient quasi gegenübersitzen, können lange Anfahrtswege sparen. Schüler, die über längere Zeit wegen Krankheit die Schule nicht besuchen können, Senioren oder isolierte Patienten erhalten über Videotelefonie, in einen freundlichen Roboterkopf integriert, Auge, Ohr und Stimme, um mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Zahlreiche Anwendungen vom Klassiker bis zum Alleskönner

Die meisten Anwendungen für Videotelefonie werden als App kostenlos angeboten beziehungsweise sind in andere Anwendungen bereits eingebunden. Als nützlich erweist es sich, entweder über WLAN oder über eine Flatrate zu kommunizieren, denn die Datenübertragung kann schnell das zur Verfügung stehende Datenvolumen überschreiten.
Skype ist der Klassiker der Videotelefonie. Die Anwendung ist für alle Plattformen verfügbar und bietet auch Videokonferenzen. Für das Business wird eine spezielle Skype-Variante angeboten.

Längst aber haben verschiedene Messenger dem Veteranen Skype den Rang abgelaufen – allen voran der Alleskönner WhatsApp. Ein Klick auf das Kamera-Symbol, und schon erscheint der Gesprächspartner auf dem Bildschirm.

Im Unterschied zu Skype kann WhatsApp am PC allerdings nur in Kombination mit einem Smartphone verwendet werden. Zur Anmeldung von WhatsApp for Web muss vorab ein QR-Code per Mobiltelefon gescannt werden.

Über Sicherheitsfragen informieren

Skype, WhatsApp, Google Duo, Hangouts, Facebook-Messenger und all die anderen Programme, die für die Videotelefonie genutzt werden können, laufen auf allen Geräten. Lediglich FaceTime kann man nur auf Apple-Geräten benutzen – ein klarer Nachteil, wenn die Mehrzahl der Freunde Android-Geräte besitzt.
Der Großteil der Anbieter, vor allem die Instant Messenger wie FaceTime, Viber, WhatsApp oder Google Duo, um nur einige zu nennen, haben eine End-to-End-Verschlüsselung. Wem Sicherheit besonders wichtig ist, der sollte sich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über die Sicherheitsstandards der verschiedenen Anbieter informieren.