Stromspartipps

Deutschland ist Vize-Weltmeister bei den Strompreisen. Lediglich auf den Bermudas zahlen die Einwohner höhere Strompreise als in Deutschland. Durchschnittlich 88,14 Euro monatlich gab ein Drei-Personen-Haushalt nach Angaben des Statistikportals statista im vergangenen Jahr für Beleuchtung und den Betrieb von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik aus. Da lohnt es sich, Strom zu sparen.

Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie Sie Ihre Stromrechnung ohne großen Aufwand reduzieren können und dabei Gutes für die Umwelt tun.

Hohe Strompreise in Deutschland – ein Anreiz zum Sparen

In der Nacht vom 5. zum 6. Juni dieses Jahres hatten die Norweger gut lachen, die ihre Waschmaschine auf nächtliches Waschen vorprogrammiert hatten. Die Strompreise fielen nämlich unter null – und wer einen Zeitschalter benutzt hatte und genau in den Stunden waschen ließ, in denen so viel Strom zur Verfügung stand, dass die Energiekonzerne dringend Abnehmer suchten, bekam das Wäschewaschen von den Energieversorgern bezahlt.

In Deutschland wird das nicht passieren, denn die Strompreise werden hier nicht nur von den Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms bestimmt. Am Strompreis in Deutschland haben staatlich vorgegebene Entgelte, so für die Nutzung der Stromnetze, für Steuern und für die EEG-Umlage, einen Anteil am Strompreis von über 50 Prozent. Nichtsdestoweniger gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Stromverbrauch in den eigenen vier Wänden zu reduzieren. Sinnvoll sind sie einmal mehr, gerade weil die Preise für Strom in Deutschland so hoch sind.

Von „Licht aus“ zu „Sparmodus an“

Die ältere Generation ist mit der elterlichen Mahnung „Licht aus!“ aufgewachsen, wenn sie einen Raum verlassen hat. Damit waren die Möglichkeiten des Stromsparens auch schon erschöpft. Heute gibt es kaum ein Gerät, das nicht mit elektrischem Strom betrieben wird: Computer, Waschmaschine, Gefrierschrank, Kühlschrank, Wasserkocher, Herd, elektrisches Klavier, Staubsauger und vieles mehr. Die Industrie wetteifert zunehmend mit dem Argument des niedrigen Stromverbrauchs um Käufer. So sind Haushaltsgeräte heute in Energieeffizienzklassen unterteilt. Wer beim Kauf neuer Geräte auf den Stromverbrauch achtet und Waschmaschine & Co. darüber hinaus so oft wie möglich im Stromsparmodus betreibt, wird dies schon bald auf der Stromrechnung spüren.

Das Bundesumweltministerium gliedert seine Stromspartipps in drei Gruppen:

Die schnellsten Tipps, also Tipps, die sich schnell und einfach umsetzen lassen

  • Waschmaschine voll beladen
  • Niedrige Wassertemperatur wählen
  • Ökoprogramme nutzen
  • Mit Deckeln kochen
  • Ohne Vorheizen backen – mit Restwärme kochen
  • Wäschetrockner nicht im Sommer nutzen

Die wirksamsten Tipps

  • Durchflussbegrenzer einbauen
  • Automatisch Stand-by abschalten
  • Effizient beleuchten
  • Heizungspumpe vorzeitig austauschen
  • Alte Kühl- und Gefriergeräte austauschen
  • Extra-Kühlgeräte stilllegen

Die kostengünstigsten Tipps

  • Stromverbrauch prüfen
  • Wasserkocher verwenden
  • Stand-by einfach abschalten
  • Durchflussbegrenzer einbauen
  • Heizungspumpe niedriger stellen
  • Warmwasserpumpe zeitlich regeln
  • Kühltemperatur optimieren
  • Energiesparoptionen des Computers nutzen
  • Helligkeit am Fernseher verringern
  • Stromtarif oder Stromanbieter wechseln

Clever Energiesparen mit Smart Home

Wer besonders clever Strom sparen will, lässt die Geräte selbst entscheiden, wie und wann sie Energie verbrauchen. Die Reduzierung der Energiekosten sind Teil der Angebote von Smart-Home-Lösungen – der intelligenten Vernetzung von Haushaltsgeräten und Haustechnik. Damit kann sowohl das eigene Portemonnaie als auch die Umwelt geschont werden.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale bietet beispielsweise eine intelligente Steuerung der Heizung ein Energieeinsparpotenzial von etwa acht Prozent.
Noch smarter kann ein Smart Home werden, wenn die elektrischen Geräte nicht nur über Sensoren auf Licht, Lautstärke oder Temperatur reagieren, sondern auch auf die Schwankungen des Strommarktes. Stromintensive Geräte könnten genau in dem Zeitfenster genutzt werden, wenn Strompreise am Markt günstig sind. Dafür allerdings sind Geräte mit einem integrierten Smart-Grid-Ready-Standard, Smart Meter zur Abrechnung und ein intensiver Datenaustausch mit den Versorgern notwendig, der eine schnelle Datenübertragung erfordert.

In Norwegen bringt diese intelligente, aber aufwendige Art der Stromeinsparung sicher keine großen Effekte. In Deutschland, dem Hochpreisenergie-Land, schon.