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Sicheres Surfen in sozialen Netzwerken: Sparsamer Umgang mit persönlichen Daten

Weltweit sind nach einer Umfrage von statista täglich 3,8 Milliarden Nutzer in sozialen Netzwerken aktiv. In Deutschland nutzt knapp die Hälfte der Bevölkerung Facebook, Instagram, TikTok & Co., um sich mit Freunden und Followern auszutauschen. Jeder Dritte kann sich laut Bitkom ein Leben ohne Social Media gar nicht mehr vorstellen. Doch in Kommentaren, in Chats und beim Posten von Status-Updates geben viele User – oftmals sogar unbewusst – wertvolle Daten preis. Diese bilden unter anderem die Grundlage für personalisierte Online-Werbung, können aber auch Cyberkriminellen Tür und Tor öffnen. Deshalb verzichten 85 Prozent der Nutzer ganz bewusst auf die Veröffentlichung von persönlichen Informationen. Datensparsamkeit fängt allerdings schon viel früher an. Hier sind sieben Tipps, wie Sie sicher durch soziale Netzwerke navigieren und Ihre Privatsphäre dabei nachhaltig schützen.

Auf die richtige Einstellung kommt es an

Sicherheit beginnt bereits bei der Registrierung für ein soziales Netzwerk. Schon dort versuchen die Portale, möglichst viele Daten abzugreifen. So wollen sie beispielsweise durch den Zugriff auf die privaten Kontakte die Vernetzung vereinfachen. Tatsächlich zielt die Frage „Darf die App auf Ihr persönliches Telefonbuch zugreifen?“ jedoch darauf ab, dass Sie Ihr ansonsten gut verwahrtes Adressbuch für die Weiterverarbeitung durch den Anbieter öffnen.

Sichtbarkeiten gezielt einschränken

Auch die Sichtbarkeit Ihres Profils und Ihrer Postings können Sie gleich am Anfang Ihrer Mitgliedschaft in einem sozialen Netzwerk steuern: Darf jeder mitlesen? Oder nur registrierte Nutzer? Vielleicht auch lediglich Ihre bestätigten Kontakte? Hier gilt, wie so oft: Weniger ist meist mehr.

Vorsicht trotz neuer Datenschutzgesetze

Spätestens seit Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind Portalbetreiber eigentlich dazu verpflichtet, die Voreinstellungen so vorzunehmen, dass wirklich nur die für die Anmeldung unbedingt notwendigen Daten abgefragt werden. In der Praxis halten sich allerdings nicht alle Anbieter an diese Vorgabe. Laut Angaben der Verbraucherzentrale verstoßen fünf von sechs sozialen Netzwerken gegen geltendes Recht. Dreiviertel fordern ihre Nutzer beispielsweise zur Synchronisierung ihrer Kontakte auf.

Ein Blick in die Einstellungsoptionen gibt Aufschluss

Doch keine Sorge: Wer bei der Registrierung die – vermeintlich – datenschutzfreundlichen Voreinstellungen ungesehen übernommen hat, kann den Datenzugriff über die Einstellungsoptionen auch nachträglich jederzeit noch ändern.

Endgeräte und Konten schützen

Fast alle Internetnutzer fürchten gemäß einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom Angriffe durch Cyberkriminelle. Derzeit sind es 94 Prozent – und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Die überwiegende Mehrheit sieht sich dabei potenziellen Attacken auf ihre Endgeräte oder Benutzerkonten hilflos ausgeliefert. Häufig sind es jedoch schon einfache Vorkehrungen, die für ein Mehr an Sicherheit sorgen. Dazu zählen komplexe Passwörter. Sie sollten aus mindestens acht Zeichen bestehen und sowohl Groß- und Kleinbuchstaben als auch Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Passwort-Manager können hier wertvolle Unterstützung leisten: Sie generieren nicht nur besonders schwierige Passwörter, sondern verwahren sie auch sicher.

Darüber hinaus gilt: Verwenden Sie für jedes Portal ein anderes Passwort und schützen Sie Ihre Programme durch regelmäßige Updates vor möglichen Sicherheitslücken. Sie können in den Einstellungen Ihres Smartphones, Tablets oder Notebooks angeben, dass entsprechende Aktualisierungen stets automatisch aufgespielt werden. Auf diese Weise sind Sie immer up to date.

Vertrauen ist gut, ein gesundes Misstrauen aber noch besser

Persönliche Nachrichten von Ihrer Hausbank in einem sozialen Netzwerk? Ein Rettungsruf einer angeblichen Schulfreundin, an deren Namen Sie sich aber nicht mehr erinnern? Oder die plötzliche Erbschaft durch einen vermeintlichen Verwandten auf einem anderen Kontinent? Vorsicht vor dubiosen Meldungen von Unbekannten! Am besten löschen Sie entsprechende E-Mails sofort. Sie sollten weder darauf antworten noch eventuelle Dateianhänge herunterladen. Und auch kein Geld überweisen. Wären die Nachrichten seriös, würden Sie sie auf dem Postweg erhalten.

Datensparsamkeit als oberstes Gebot

Nutzer fragen sich immer wieder, wie solche Meldungen gerade bei ihnen landen können. Der Grund dafür liegt oftmals im eigenen Surfverhalten: Postet ein Tierliebhaber viele Fotos von seinen Vierbeinern, gibt in seiner Statusmeldung den bevorstehenden Urlaub bekannt und kommentiert die schwierige Suche nach einer Katzen- oder Hundepension – dann wird er künftig nicht nur Werbung von Tierfuttershops eingeblendet bekommen, sondern erhält gegebenenfalls auch Phishingmails, die an sein Herz als Tierliebhaber appellieren. Statt süßer Katzenvideos enthalten sie aber versteckte Schadsoftware, die sich schon beim Öffnen der Nachricht unbemerkt auf dem Computer ausbreitet und die Aktivitäten des Nutzers fortan ausspioniert.

Fazit

Mehr als jeder zweite Internetnutzer ist allein im vergangenen Jahr Opfer von Cyberkriminalität geworden: So berichten 46 Prozent von Schadprogrammen, die ihren Computer oder ihr Smartphone infiziert haben; ein Viertel klagt über die unerlaubte Weitergabe persönlicher Daten. Um dem entgegenzuwirken, sollten User soziale Netzwerke stets mit der nötigen Sorgfalt nutzen – also ihre Zugangsdaten gut verschlüsseln, sensible Daten nur sparsam preisgeben und unbekannten Kontaktanfragen mit einer großen Portion Skepsis begegnen.