DSL, FttC und FttB/FttH – Wo liegen die Unterschiede?

DSL, FttC und FttB/FttH – Wo liegen die Unterschiede?

Wenn die Rede vom Glasfaserausbau ist, sollte man genau hinschauen, worum es sich handelt. Es gibt nämlich verschiedene glasfaserbasierte Anschlussarten und Ausbaustufen. Wir geben einen Überblick von DSL (rein Kupfer-basiert) über FTTC sowie FTTC mit Vectoring) bis FTTB und schließlich dem rein Glasfaser-basierten Technikprinzip FTTH.

DSL – Digital Subscriber Line

DSL, der digitale Teilnehmeranschluss, ist eine Form der Breitbandübertragung. Welche Übertragungsgeschwindigkeit genau als Breitbandübertragung zählt beziehungsweise wie hoch die Bandbreite für einen Breitbandanschluss sein muss, ist nicht definiert. Ein durchschnittlicher Zugang hat eine Bandbreite von etwa 16 MBit/s. Es gibt allerdings auch wesentlich schnellere Verbindungen mit einer Geschwindigkeit von 50 MBit/s.

Die Übertragung erfolgt nicht über Glasfaserkabel, sondern über die Telefonleitung, also klassische Kupferkabel. Die beim Endkunden ankommende Bandbreite hängt in hohem Maße von der Entfernung zur Vermittlungsstelle ab.

Meist werden über DSL-Anschlüsse Geschwindigkeiten für die Datenübertragung beim Download von bis zu 16 MBit/s angeboten, der Upload erreicht bis zu ca. 2 MBit/s. Damit kann man gut im Internet surfen und Streamingdienste nutzen. Allerdings leidet die Übertragungsqualität, wenn mehrere Personen gleichzeitig im Internet unterwegs sind.

DSL ist die am weitesten verbreitete Übertragungstechnologie. Im vergangenen Jahr waren rund 74 Prozent aller Breitbandanschlüsse in Deutschland DSL-Anschlüsse. Insgesamt gab es 2018 in Deutschland rund 25 Millionen DSL-Anschlüsse.

VDSL – Very High Speed Digital Subscriber Line/FttC – Fiber to the Curb

Bei VDSL kommt Glasfaser ins Spiel. Diese Art der Datenübertragung nennt sich auch Fiber to the Curb, also Fiberglas bis zur Bordsteinkante. Für die Strecke von den Datenkonzentratoren (DAKO) zu den Multifunktionsgehäusen (MFG), den Vermittlerstationen im Ort, werden die Daten in einer Glasfaserleitung übertragen. Schon auf dieser kurzen Strecke macht sich die Überlegenheit des Lichtkabels bemerkbar, denn es werden deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht als bei DSL. Die Übertragungsgeschwindigkeit von VDSL liegt beim Upstream meist zwischen 2 MBit/s und 12 MBit/s und beim Downstream zwischen 25 MBit/s und 52 MBit/s.

VDSL2 mit Vectoring

Ein weiterer Faktor, der die Datengeschwindigkeit maßgeblich beeinflusst, sind störende Signale von Nachbarleitungen. Es kommt zu gegenseitigem Übersprechen.
Durch das Einschalten von Vectoringtechnik lassen sich diese elektromagnetischen Störsignale reduzieren. Dadurch können Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s und biszu 40 MBit/s im Upload erreicht werden.

FttB – Fiber to the Building

Mit Fibre to the Building, also der Verlegung des Glasfaserkabels bis in die Keller oder Hausanschlussräume der Wohn- oder Geschäftsgebäude, wird die Leistungsfähigkeit des Glasfaserkabels fast voll genutzt. Das allerletzte Stück bis zum Kunden müssen die Daten im Haus aber noch über die vorhandenen Kupferkabel zurücklegen.

FttH – Fibre to the Home

Fibre to the Home, die Nutzung von Glasfaser bis in die Anschlussstelle in der Wohnung, ist die schnellste und fortschrittlichste Übertragungsart, die bisher verwendet wird. Auch das letzte Stück Kupferkabel vom Hausanschluss bis in die Wohnung wird bei FttH durch Glasfaser ersetzt. Die Daten können nun bis zum sogenannten Network Terminator (NT), dem Netzabschluss, ungebremst durchrauschen.

Mit Netcom Kassel alle Anschlussarten möglich

Netcom Kassel realisiert gegenwärtig den Breitbandausbau in Nordhessen und Kassel. So werden bis voraussichtlich 2020 Gemeinden und Orte, die bisher nicht über Breitbandanschlüsse verfügen, an das Glasfasernetz angeschlossen – überweigend mit FttH-technologie. Danach sind an den dortigen Adressen alle Glasfaser-Anschlussarten möglich.