Die Vorteile von auf Glasfaser basiertem Internet

“Glasfaser gehört die Zukunft. Erfolg braucht Bandbreite. Daten sind das Erdöl von morgen und Lichtwellenleiter die Pipelines.” Diese Slogans sind überall dort zu hören, wo der Glasfaserausbau in Deutschland gegenwärtig voranschreitet und immer mehr Unternehmen und private Verbraucher die Chance erhalten, auf High-Speed-Internet zuzugreifen. Dass Glasfaser die Übertragungstechnologie der Zukunft ist – darin sind sich alle Experten einig. Aber braucht man superschnelles Internet auch schon heute?

Mehr Daten brauchen schnellere Übertragung

Das rasante Wachstum der Datenmengen weltweit lässt erahnen, dass die Zukunft schon längst begonnen hat. Heute werden allein in Deutschland nach Angaben von Statista pro stationärem Breitbandanschluss monatlich im Durchschnitt 137 Gigabyte an Daten übertragen, das sind rund 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor zehn Jahren waren es gerade zehn Gigabyte. Das Datenvolumen im gesamten stationären Breitband-Internetverkehr in Deutschland wächst rasant. Dementsprechend wird der Ausbau des Breitbandnetzes vorangetrieben. Zwar ist Deutschland nicht gerade Weltmeister beim Ausbau der High-Speed-Infrastruktur – aber dieser geht zügig voran. Im sogenannten Nordcluster, den hessischen Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Werra-Meißner, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Kassel, hat Netcom Kassel bereits Hunderte Orte an das Glasfasernetz angeschlossen.

Noch wird der größte Teil der fast 35 Millionen stationärer Internetanschlüsse in Deutschland per Digital Subscriber Line (DSL) realisiert. Das heißt, die Daten werden per Telefonleitung mittels eines Kupferkabels übertragen. Nur 3,2 Prozent der Festnetz-Breitbandanschlüsse sind Lichtwellenleiter – verglichen mit über 80 Prozent in Südkorea und über 20 Prozent beispielsweise in Polen. Deutschlandweit sind nach Angaben der Bundesnetzagentur 3,7 Millionen FTTH/FTTB-Anschlüsse verfügbar, aber nur 1,1 Millionen nutzen dieses Turbo-Internet. Das entspricht einer Abnehmerrate von gerade 30 Prozent.
Die Leitung macht den Unterschied

Schon wenn die Glasfaserleitung von den Multifunktionsgehäusen (MFG), den Vermittlerstationen im Ort, zu den Kabelverzweigern (KVZ), den grauen Kästen am Straßenrand, bis zur Bordsteinkante verlegt wird, auch Fiber to the Curb (FTTC) genannt, macht sich die Überlegenheit des Lichtkabels bemerkbar, denn dadurch werden deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht als bei DSL. Die Übertragungsgeschwindigkeit von VDSL, der Very High Speed Digital Subscriber Line, liegt beim Upstream meist zwischen 2 MBit/s und 12 MBit/s und beim Downstream zwischen 25 MBit/s und 52 MBit/s. Wird für das letzte Stück mit Kupferkabeln von den Verteilerzentren vectoringfähige Technik eingesetzt, wie sie Netcom Kassel verwendet, um störende Signale von Nachbarleitungen zu reduzieren, kann eine Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/serreicht werden, während beim Upload bis zu 40 MBit/s möglich sind.

Mit Glasfaser für die Zukunft gerüstet

Wer wirklich schnelles Internet will, braucht Bandbreiten von über 100 MBit/s bis zu 10 GBit/s. Diese Übertragungsgeschwindigkeiten sind mit Kupferkabel nicht mehr zu realisieren, sondern erfordern eine Glasfaserleitung bis zum Hausanschluss (FTTB) in einem Gebäude oder bis in die Wohnung (FTTH).
Diese superschnelle Datenübertragung empfiehlt sich für alle Unternehmen, die große Datenmengen zu bewegen haben und auf stabile Verbindungen angewiesen sind. Bereits wenn Konstruktionsunterlagen in der Cloud gespeichert werden, wenn mehrere Mitarbeiter im Homeoffice Zugriff auf Dokumente brauchen oder wenn Videokonferenzen stattfinden, ist der Unterschied zwischen 100 und 200 MBit/s deutlich zu spüren. Vom Einsatz virtueller Realität, 3-D-Druckern oder der Vernetzung von Maschinen ganz zu schweigen.

Privat werden diejenigen Glasfaser zu schätzen wissen, die gerne am Computer mit mehreren Leuten spielen oder Filme streamen. Wenn für die jetzigen Top-Games ein VDSL-Anschluss vielleicht noch ausreicht – die grafische Darstellung in den Filmen wird immer perfekter. Das heißt, immer größere Datenmengen werden verarbeitet. Mit superschnellem Internet ist man auf alle Fälle für die Zukunft gerüstet, die eigentlich schon begonnen hat. Jedenfalls kommt sie schneller, als man denkt.