Das weiß Google über uns

Das weiß Google über uns

Vermutlich ist der Begriff der „Datenkrake“ so alt wie das Unternehmen Google selbst. Ein wenig schmeichelhafter Titel, der durchaus seine Berechtigung hat: Der Digitalkonzern lebt davon, Daten zu sammeln, zu speichern, auszuwerten und – zum Beispiel über die meistgenutzte Suchmaschine weltweit – als Informationen wieder auszugeben. Lesen Sie hier, was Sie bei der Preisgabe Ihrer persönlichen Daten unbedingt beachten sollten.

Noch vor wenigen Jahren hätte niemand geglaubt, mit welcher Geschwindigkeit sich unsere Daten heute durch das globale Netz bewegen würden. Mussten wir zur Jahrtausendwende noch die Sekunden herunterzählen, bis der Download eines Liedes endlich erledigt war, so streamen wir heute hochauflösende Filme in Echtzeit auf unser Smartphone. Seit Big Data, der Erfassung und Aufbereitung riesiger Informationsmengen, sind auch Datenanalysen in einer Komplexität und Geschwindigkeit möglich, die Schwindel bereiten können. Manch einem bereitet es zudem Sorgen, insbesondere wenn es um den Schutz persönlicher Informationen geht. Deshalb sollten Sie stets darüber im Bilde sein, wem Sie Ihre Daten preisgeben und welche Rechte Sie haben – auch und insbesondere bei Giganten wie Google.

Wer oder was ist Google überhaupt?

Online gegangen ist Google 1998. Während ein Jahr später die Suchanfragen pro Tag noch bei 500 000 lagen, bearbeitet die Suchmaschine heute 3 Milliarden Anfragen pro Tag. Um die Dimensionen ihrer Verbreitung zu verdeutlichen: Allein als Suchmaschinen-Anbieter hält Google laut statista.de einen Marktanteil von rund 90 Prozent. Google betreibt nicht nur die WWW-weite Suche als Kerngeschäft, unter der Dachmarke läuft zudem eine Reihe weiterer, größtenteils werbefinanzierter Dienste. Neben den verschiedenen Suchmaschinen, die Google für die Suche von Texten, Bilddateien, Produkten, Büchern und wissenschaftlichen Werken anbietet, greifen tagtäglich Millionen von Nutzern zusätzlich auf Services wie den Videokanal YouTube, das Navigations- und Kartensystem Google Maps, das hauseigene Betriebssystem Android oder auch den E-Mail-Service Google Mail zu. Nahezu jeder Online- oder Smartphone-Nutzer kommt also mehr oder weniger gewollt oder ungewollt mit dem Konzern in Berührung – und das in der Regel unentgeltlich. Doch womit zahlen wir die Dienstleistungen wirklich?

Daten sind die Bezahlung

Google lebt von Werbung. Je genauer diese Werbung auf die Interessen und Vorlieben eines Einzelnen zugeschnitten ist, umso effizienter können Werbebotschaften an Mann und Frau gebracht werden und umso mehr Geld kann Google von seinen Werbekunden dafür nehmen. Um diese sogenannte personalisierte Werbung betreiben zu können, bedarf es allerdings Informationen über uns, die ausgewertet werden können und damit sowohl Rückschlüsse auf unsere individuellen Surf- und Kaufgewohnheiten als auch generelle Nutzeranalysen und Absatzprognosen zulassen. Um an diese Daten zu gelangen, gibt es für Google zwei Möglichkeiten: Entweder Sie teilen diese Informationen selbst mit, oder Google erfasst sie von sich aus.

Aktive und passive Preisgabe von Informationen

Jeder, der für einen der vielen Google-Dienste ein Konto angelegt hat, gibt hier personenbezogene Daten wie Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer preis. Diese sogenannten Nutzerstammdaten sind in Ihrem Profil hinterlegt, dürfen aber auch nur für Zwecke genutzt werden, die in der Datenschutzerklärung klar definiert sind und zur Durchführung bestimmter Services notwendig sind. Darüber hinaus speichert Google weitere aktiv preisgegebene Informationen wie Kalendereinträge, eingetippte oder eingesprochene Suchbefehle, Notizen oder die Inhalte von E-Mails. Neben diesen Informationen gibt es allerdings auch Daten, die von den Nutzenden passiv, also ohne ihr Dazutun, weitergegeben werden: Google erfasst sowohl bei mobilen Endgeräten als auch beim PC das verwendete Betriebssystem, den Gerätetypen, den Browser oder auch die Bildschirmgröße. Diese Informationen sind wichtig, damit zum Beispiel Websites sowohl auf einem Notebook als auch auf einem Smartphone korrekt dargestellt werden können. Google erfasst aber auch explizit die IP-Adresse des Nutzers, über die unsere Standorte bestimmt werden können, oder liest die Telefonnummer von der SIM-Karte aus, was ebenfalls eine hochsensible persönliche Information ist. Über Ihre IMEI-Nummer verschafft sich die Datenkrake eine eindeutige Gerätekennung, durch die sämtliche Ihrer Daten zugeordnet und in Beziehung zueinander gebracht werden können.

Wie Sie Ihre Daten bei Google anfordern können

Aus den vorab geschilderten Daten und Informationen kann Google sich ein ganzheitliches, erschreckend aussagekräftiges Bild von uns machen. Verbraucher, die eine derartige Transparenz nicht in Kauf nehmen, dennoch aber die Dienste von Google nutzen wollen, können die Übertragung von Daten an Google nach dem Prinzip der Datensparsamkeit minimieren. Dazu sind zahlreiche Einzelschritte erforderlich, die von der Verwaltung des Aktivitätsverlaufs im Browser über die Konfiguration von Synchronisierungsfunktionen bis hin zur Einschränkung von Zugriffsrechten reichen. Eine hilfreiche Zusammenstellung sinnvoller Maßnahmen finden Sie auf dem Ratgeberportal „mobilsicher.de“. Dank DSGVO können Verbraucherinnen und Verbraucher seit 2018 zudem mit wenigen Klicks herausfinden, was Google über sie weiß – sofern sie dort ein eigenes Konto haben.
Dazu öffnen Sie diese Website, die der Online-Dienstleister eigens zur Erfüllung der rechtlich verankerten Auskunftsansprüche eingerichtet hat. Dort können Sie alle Daten herunterladen, die Google über Sie vorliegen hat.