Eine kurze Zeitreise durch das Internet

Es ist ebenso wenig wegzudenken wie das Wagenrad, und doch der totale Youngster unter den bahnbrechenden Erfindungen der Menschheit: Das Internet zählt seit seiner Geburtsstunde gerade einmal gute 50 Jahre. Aus der Taufe gehoben wurde es am 29. Oktober 1969. Damals wurde die erste digitale Botschaft von der University of California über eine Telefonleitung an das Stanford Research Institute übermittelt. Um das vielsagende Kürzel „lo“ (für „log in“) als erste Mini-E-Mail auf den Weg zu bringen, brauchte es allerdings viele Jahre Vorlauf – bereits seit Mitte der 1950er-Jahre widmeten sich Forscher weltweit der Vision, Computer miteinander zu vernetzen. Seitdem hat das Internet eine Erfolgsgeschichte hingelegt, die ihresgleichen sucht.

Erfindung im Teamwork

Die Erfindung des Internets war weniger die Leistung eines einzelnen als vielmehr das Ergebnis einer weltweiten und damit einzigartigen Zusammenarbeit – wie ein Puzzle fügte sich ein Teil zum anderen. Im ARPAnet, dem Netz der Advances Research Project Agency, werden Mitte der 1960er-Jahre erste Versuche mit paketvermittelnden Netzen durchgeführt. 1965 erhalten einige Universitäten der USA den Zugang zum ARPAnet. Der US-Professor Leonard Kleinrock ging mit der ersten Botschaft zwischen zwei Computern 1969 seiner Vision nach, Forschungsergebnisse mit Kollegen auf schnellem und einfachem Wege auszutauschen. Mit der Entwicklung und Standardisierung des TCP/IP-Protokolls setzte das US-amerikanische Department of Defence eine weitere, bedeutende Wegmarke hin zu einem offenen Kommunikationsnetzwerk. Das Regelwerk sorgt noch heute dafür, dass die Datenkommunikation zwischen Internetteilnehmern reibungslos verläuft.

Freier Datenaustausch für alle!

Der Gedanke, nicht nur die Großrechner von Forschungseinrichtungen und dem Militär miteinander zu verbinden, kam erst über 20 Jahre später: Der britische Informatiker Tim Berners-Lee hatte um 1990 herum die Idee, ein weltweites Netz aufzusetzen. Lange Jahre nur für die Kommunikation unter Wissenschaftlern und militärische Zwecke genutzt, wird das Internet am 30. April 1993 schlagartig für jedermann zugänglich. Berners-Lee, der zu dem Zeitpunkt am Kernforschungszentrum CERN in Genf arbeitet, gibt seine Browser-Technologie, die einen vereinfachten Zugang zum Internet ermöglicht, kostenlos frei. Das World Wide Web – kurz WWW – war geboren. Mit dem Domain Name System (DNS) wird es 1984 schließlich möglich, Rechner mit konkreten Namen und nicht mehr mit kryptischen IP-Adressen wie 123.4.567.890 anzusprechen.

Meilensteine aus dem Zoo

Doch nicht nur die reine Technologie, auch ihre Nutzung schrieb rasant Geschichte. Während Web-Anwender anfänglich vor allem Nachrichten und Daten miteinander austauschten, rückte schon bald der Spaßfaktor in den Vordergrund: 1987 spielten Gamer in der ersten weltweiten LAN-Party das Atari-Computerspiel MIDI Maze. Was damals noch über die physische Verbindung via Netzwerkkabel geschah, erfolgt heute via Breitbandanschluss und nennt sich World of Warcraft, Final Fantasy oder Fortnite. Mit Meilensteinen wie der Gründung von Facebook 2004, dem ersten Video des YouTube-Mitgründers Jawed Karim (Titel: „Ich im Zoo“) im April 2005 oder der „Mobilmachung“ des Internets mit dem Markteintritt des iPhones 2007 setzte sich auch bei den Diensten, Anwendungen und Apps eine Erfolgsgeschichte fort, die nicht mehr zu stoppen ist.

Ohne Infrastruktur kein Wachstum

Heute gibt es kaum noch weiße Flecken auf der globalen Internet-Landkarte. Dass nahezu jeder Erdenbürger auf digitale Services zugreifen und damit am weltweiten Austausch von Daten und Diensten teilnehmen kann, ist nur durch den flächendeckenden Ausbau von hochmodernen Infrastrukturen möglich. Was vor Jahrzehnten mit Telefonleitungen begonnen hat, wird mittlerweile durch Highspeed-Kabel aus Glasfaser abgelöst. Mit der Gründung der Netcom Kassel im Jahre 1997 haben wir auf den bereits in den 90er-Jahren absehbaren, enormen Bedarf an leistungsstarken Internetverbindungen reagiert. Die Anbindung regionaler Strukturen an die Welt der globalen Kommunikation steht dabei im Mittelpunkt: Der Ausbau und die Modernisierung von Internetangeboten insbesondere ländlicher Gebiete zählen heute zu unseren Hauptgeschäftsfeldern. Damit stellen wir nicht nur eine grundlegende Versorgung mit dem Internet sicher, sondern schaffen eine zukunftsfähige Basis für all die bahnbrechenden Neuerungen, die uns das Word Wide Web in Zukunft noch bringen wird.