Wie funktioniert das Internet?

Erinnern Sie sich an die Zeit, in der man panisch wurde, sobald man versehentlich auf den Internet-Button am Handy kam? Heute ist das Surfen im Internet so alltäglich, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, was Internet eigentlich ist. Das „Netz“, wie wir das Internet kurz und vertraut nennen, bringt uns E-Mails, Videos oder Spiele auf unsere Rechner. Doch was eigentlich ist das „Netz“? Lesen Sie im folgenden Beitrag, worum es sich beim Internet tatsächlich handelt und was man alles braucht, um wirklich surfen zu können.

Vom einsamen Computer zum Teil eines Netzwerkes

Bis Anfang der 1990er-Jahre war ein Computer lediglich mit einer Steckdose, einem Drucker und einem Scanner verbunden. Einsam und allein stand er in Wohnzimmern oder Büros. Wenn Daten auf andere Computer übertragen werden sollten, mussten sie auf Disketten überspielt und per Post verschickt werden.

Das störte auch den britischen Informatiker Tim Berners-Lee vom Europäischen Laboratorium für Teilchenphysik CERN in Genf. Er suchte nach Möglichkeiten für einen einfacheren Austausch mit Fachkollegen, möglichst weltweit. Er arbeitete an einem Projekt, das er WorldWideWeb nannte. Dabei ging es um die Entwicklung von Hypertext – einer Methode, nach der bestimmte Wörter ausgewählt werden, um als Querverweis, auch „Hyperlinks“ genannt, über ein Kabelnetzwerk zu einem anderen Text auf einem anderen Computer zu gelangen.

… ein Hypertext macht noch kein Internet

Als er diese Methode gefunden hatte, brauchte er noch einen Browser, also ein Computerprogramm, das Textdokumente und andere Daten beziehungsweise ganze Seiten darstellen konnte, sowie einen Server („Diener“), also einen Computer, auf dem die Daten liegen, die abgerufen werden können. Zum Server gehört auch die Software, die mit demjenigen, der über ein Netzwerk auf die Daten zugreifen will, kommuniziert und ihm Zugang zu den bereitgestellten Daten verschafft.

Um Daten oder Webseiten vom Server in einen Webbrowser zu laden, wird ein Hypertext Transfer Protocol (HTTP) genutzt. Überträgt man die Daten verschlüsselt, handelt es sich um ein Hypertext Transfer Protocol Secure (HTTPS).

Für diesen ganzen Übertragungsprozess wird außerdem noch eine individuelle IP-Adresse gebraucht – und zwar für jeden Computer, der im Internet oder in einem lokalen Netzwerk agiert. IP bedeutet „Internetprotokoll“. IP-Adressen bestehen aus vier Ziffernblöcken und dienen als Erkennungsmerkmal zwischen den Geräten. Sie werden vor allem verwendet, um Daten von ihrem Absender zum vorgesehenen Empfänger zu transportieren, ähnlich einer Postanschrift. Allerdings müssen nicht die Ziffernreihen bei der Suche nach einer Website eingegeben werden, sondern die Domain-Namen, die Betreiber ihren Websites geben, also Internetadressen, die mit https://www.xxx starten.

Ende 1990 hatte Tim Berners-Lee den ersten Webserver und Browser und die entsprechenden Programme am CERN zum Laufen gebracht und seine Ideen demonstriert. Am 30. April 1993 stellte CERN der Welt die World-Wide-Web-Software zur Verfügung. Das WWW war geboren.

Glasfaserkabel – Lebensader des Internets

Als Kabel, mit denen die Computer an unterschiedlichen Standorten der Welt untereinander verbunden wurden, dienten anfangs normale Telefonkabel. Die Karte der globalen Internet Infrastruktur von TeleGeography war zu Beginn der 1990er-Jahre noch sehr überschaubar. In der Global Internet Map 2021 dagegen überzieht ein enges Netz aus dicken und dünnen Linien, großen und kleinen Kreisen die Welt. Die vier größten Kreise auf der Karte, die die vier größten Hubs darstellen, liegen alle in Europa: Frankfurt am Main ist mit 11 Terabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit der größte Internet-Knotenpunkt der Welt, gefolgt von London, Amsterdam und Paris. Im DE-CIX Frankfurt treffen sich über 1 000 lokale, regionale und globale Netzwerke.

Tiefseekabel verbinden heute die Kontinente und Länder miteinander. Längst hat das Glasfaserkabel das viel langsamere Kupferkabel abgelöst.

Die meisten Kabel liegen auf dem Grund des Atlantiks. 2017 haben Meta Platforms, vormals Facebook, und der IT-Konzern Microsoft die schnellste Datenverbindung zwischen den USA und Europa geschaffen. Mit dem Transatlantikkabel Marea lassen sich 71 Millionen HD-Videos gleichzeitig streamen.

Das Kabelnetz für den Datenaustausch wächst unaufhörlich. Die spektakulären Verbindungen schaffen die großen Konzerne. Für eine sichere und schnelle Datenübertragung in den Regionen sind Unternehmen wie Netcom Kassel beispielsweise in Nordhessen zuständig. Sie sichern Unternehmen und Einwohnern als Provider den Zugang zum Internet.

5,9 Milliarden Nutzer – eine Struktur

Das Internet besteht also aus Tausenden Kilometer langen Kabeln, aus Internet-Knoten, Providern, Browsern, Servern, IP-Adressen, Zahlenreihen und vielen anderen Elementen.

Es gibt auch nicht nur das eine Internet. Die meisten Unternehmen, Universitäten oder Forschungsinstitute betreiben eigene Netzwerke, sogenannte Intranets, zu denen nur ausgewählte Firmen oder Personen Zugang haben.

Und da wären noch das Darknet und das Deep Web, die dunklen Seiten des Internets, die als Sammelplatz für kriminelle Machenschaften aller Art gelten. Zugang ist nur mit einer bestimmten Software oder einer bestimmten Browser-Konfiguration möglich.

Doch ob Dark oder Visible Web, kleines oder großes, globales oder regionales Netz – letztlich greifen alle 5,9 Milliarden Internetnutzer weltweit auf die Struktur des Internets zurück, die Tim Berners-Lee vor über 30 Jahren geschaffen hat.

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