Virtual Reality @home

Die technischen Entwicklungen im Bereich der virtuellen Realität (VR) schreiten rasant voran. Während vor wenigen Jahren noch an simplen Spielen gearbeitet wurde, ist die VR-Brille heute aus vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Lesen Sie im folgenden Blogartikel, welche nützlichen Anwendungsgebiete es für eine künstlich geschaffene Umwelt gibt und worauf wir beim Einsatz achten müssen.

Künstliche Welten verändern das Leben

Es ist einer der ältesten Träume der Menschheit: die Erde vom Weltall aus zu betrachten. Nachdem jahrzehntelang nur Astronauten in den Genuss dieses Anblicks gekommen sind, wird nun bald der Weltraumtourismus starten. Milliarden werden in den Bau neuer Raumschiffe investiert. Was für eine Verschwendung an Ressourcen für reines Vergnügen!
Denn für einen Weltraumtrip braucht man heutzutage doch lediglich eine hochwertige VR-Brille, ein gutes Programm, einen leistungsfähigen Computer, ein schnelles Internet und einen bequemen Sessel. Und schon kann jeder normale Erdenbürger in die unendlichen Weiten eintauchen. Virtual Reality macht es möglich. Sie simuliert die Wirklichkeit und schafft per Computer künstliche Welten. Sie ändert unser Leben kolossal.

Treiber der Technologie ist zweifellos die Game-Industrie. Vom Golfspiel über Ozean-Überquerungen bis zu wilden Star-Wars-Schlachten hält die Branche für jeden ein attraktives Angebot bereit, um die Wirklichkeit zeitweise gegen eine mehrdimensionale immersive Umgebung einzutauschen. Analysten schätzen den weltweiten Absatz von Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Brillen im Jahr 2020 auf rund 7,1 Millionen Geräte. Für das Jahr 2025 wird nach Angaben des Statistik-Portals Statista bereits ein Absatz von 76,6 Millionen VR-/AR-Brillen erwartet.

VR als Kernbereich der Digitalisierung

Auch wenn Videospiele den Einsatz der virtuellen Realität zu dominieren scheinen – tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll ist er in der Industrie. Die Schaffung einer virtuellen Realität gehört zu den Kernbereichen der Digitalisierung. Flugzeuge und Raumschiffe, Autos, Häuser, Möbel, Brücken oder Schienenstrecken werden zuerst in einer virtuellen Welt entwickelt und erprobt, bevor sie aus Stahl, Aluminium, Holz oder Beton gebaut werden.

Einen großen Nutzen bietet VR bei der Fernwartung von Maschinen und Anlagen, aber auch bei der Aus- und Weiterbildung in den verschiedensten Berufen. Sehr populär ist ihr Einsatz beispielsweise bei der Ausbildung von Piloten, Kraftfahrern oder Maschinenbauern – eigentlich überall dort, wo es gilt, Geräte zu beherrschen, die auch digital dargestellt werden können.

Einsatzmöglichkeiten von der Medizin bis zum Marketing

Der zweite wichtige Anwendungsbereich der virtuellen Realität nach der Industrie ist zweifellos die Medizin. Ärzte trainieren an virtuellen Patienten neue Behandlungstechniken und bereiten sich auf operative Eingriffe vor. Studenten sezieren Leichen im virtuellen Raum. Der Vorteil: Studenten und Ärzte können völlig risikofrei praktische Erfahrungen sammeln. Auch für die Heilung von Phobien wie Flugangst oder Höhenangst wird VR inzwischen genutzt.

In Museen, Theater und Konzerthäuser hält VR ebenfalls Einzug. Oder besser: Museen, Theater und Konzerthäuser halten Einzug in die virtuelle Welt. Ein Rundgang durch den Louvre in Paris, eine Oper in der MET in New York, ein Schauspiel am Deutschen Theater in Berlin – in einem virtuellen Zuschauerraum kann sich jeder die besten Plätze leisten. Karten sind immer verfügbar. Selbst bei archäologischen Ausgrabungen können Sie dank VR überall auf der Welt dabei sein. Im Bereich Tourismus bringt die virtuelle Realität Reiseziele der ganzen Welt in das Wohnzimmer. Das ist sicher kein Ersatz für die Reise – der Vorbereitung einer Tour dient es allemal.

Marketing und Kommunikation werden mittels VR perfektioniert. Die Präsentation von Autos oder Sportartikeln ist dabei die kleinste Übung. Schon längst werden virtuelle Rundgänge durch Immobilien angeboten, die zum Verkauf stehen. Videokonferenzen, wie wir sie jetzt kennen, werden bald der Vergangenheit angehören. Stattdessen trifft man sich virtuell in Kongresszentren oder Hotels. Unternehmen können auf Messen und Ausstellungen ihre Produktvielfalt präsentieren, ohne mit ganzen Containern anrücken zu müssen.

Last, but not least tauchen Analysten auch in die virtuelle Realität ab, um Muster und Trends von Big Data, riesigen Datenmengen, zu begreifen und zu steuern.

Fiktion und Realität unterscheiden

So sinnvoll der Einsatz dieser falschen Realität in sehr vielen Bereichen heute bereits ist, so birgt er doch auch einige Gefahren. Mit virtueller Realität können zwar positive Effekte erzielt werden. Allerdings ist bisher noch nicht erforscht, wie eine künstliche Umwelt kognitiv und emotional auf verschiedene Betroffene wirkt. Letztlich handelt es sich bei der virtuellen Realität wie bei allen anderen Formen der Mixed Reality um Täuschung oder Illusion. Schon gibt es erste Thriller, in denen der Mensch Fiktion und Realität nicht mehr auseinanderhalten kann. VR sollte also mit einer gesunden Portion Respekt betrachtet werden.