Tipps zum nachhaltigen Online-Shopping

Transparente Lieferketten, weniger Retouren, effiziente Lieferwege: Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema im Onlinehandel. Allerdings wird die Verantwortung dafür zuerst dem Handel zugeschrieben. Und tatsächlich bestimmt der Händler die Verpackung und der Logistiker die Touren. Aber ganz ohne Einfluss ist der Kunde dennoch nicht. Finden Sie im folgenden Beitrag einige Tipps, was Sie beim digitalen Einkauf für die Umwelt tun können.

Mehr Umsätze – mehr Pakete

Um es vorwegzunehmen: Online-Shopping ist eine feine Sache, sowohl für Konsumenten als auch für Händler. Einkaufen per Mausklick ist bequem und preiswert. Die Online-Umsätze im Einzelhandel steigen rasant. Allein im vergangenen Jahr wuchsen sie in Deutschland nach Angaben des Branchenverbandes BEVH um knapp 19 Prozent – und daran war nicht nur Corona schuld. Dementsprechend nahm aber auch die Zahl der Pakete zu. Im Weihnachtsgeschäft 2021 beispielsweise (November und Dezember) beförderten die Paketdienstleister in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands Paket & Expresslogistik ein Rekordvolumen von rund 785 Millionen Kurier-, Express- und Paketsendungen (KEP). Bei 440 Millionen Paketen und Päckchen handelte es sich um Sendungen von Firmen zum Verbraucher – das Ergebnis von Online-Shopping. Und die Paketflut wird weiter wachsen, verbunden mit immer mehr Treibhausgasen und Bergen an Verpackungsmüll.

Mit gezieltem Einkaufsverhalten Online-Händler beeinflussen

Natürlich kennen Online-Einkäufer auch diese Seite der Medaille. 92 Prozent der Befragten sagten nach einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom 2021, dass Händler darauf achten sollten, möglichst viele Waren in denselben Karton zu packen. Fast genauso viele (91 Prozent) wollen, dass zurückgeschickte Waren lieber gespendet als vernichtet werden soll.
Das Umweltbewusstsein der Verbraucher ist also durchaus vorhanden. Nun kommt es darauf an, durch ein gezieltes Einkaufsverhalten die Angebote der Onlinehändler zu steuern und Online-Shopping nachhaltiger zu machen.

So können Sie zum grünen Online-Shopping beitragen

  1. Schauen Sie sich an, wo und was Sie einkaufen. Bei Online-Shops, die ihren Firmensitz in Deutschland haben, ist es zumindest wahrscheinlich, dass die Waren nicht einzeln aus dem fernen Ausland geschickt werden. Zwar sind Angebote beispielsweise chinesischer Online-Händler oftmals sehr verlockend, der Transportweg aber ist enorm. Achten Sie auch darauf, ob der Online-Händler über Umweltzertifikate verfügt. Sowohl internationale als auch nationale Institutionen vergeben entsprechende Zeugnisse für nachhaltig hergestellte Produkte, die die Verkäufer auf ihren Seiten veröffentlichen.
    Noch sind nach der Bitkom-Umfrage Gütesiegel, Zertifikate oder Labels nur für 20 Prozent der Befragten bei der Auswahl der Online-Shops relevant. Der Sitz des Unternehmens hat nur für 15 Prozent der Befragten Bedeutung. Das wird sich mit wachsendem Umweltbewusstsein ändern.
  2. Geben Sie Sammelbestellungen auf. Wenn Sie jeden Lippenstift und jedes Kabel einzeln bestellen, verursacht dies eine Menge Verpackungsmüll, und der Paketbote muss für jede Lieferung extra kommen. Fragen Sie in der Familie und bei Freunden nach, ob eventueller Bedarf für Produkte besteht, die mit in das Paket gepackt werden können. Allerdings versenden die Händler selbst die Produkte oftmals einzeln, obwohl mehrere Produkte eines Händlers an dieselbe Adresse gleichzeitig bestellt wurden.
  3. Vermeiden Sie Expresszustellung. Sie werden nicht in normalen Touren mitgenommen, sondern werden extra geliefert – und das ist eine Fahrt zu viel.
  4. Stellen Sie sicher, dass Sie zu Hause sind, wenn das Paket geliefert wird. Ist das nicht möglich, hinterlassen Sie eine Nachricht, dass Nachbarn das Paket entgegennehmen können oder die Lieferung vor Ihrer Tür abgestellt werden darf. So vermeiden Sie doppelte Touren. Noch besser: Sie lassen an eine Packstation liefern, denn diese muss der Paketdienst ohnehin anfahren.
  5. Vermeiden Sie Retoursendungen. Zwar bereitet gerade die Möglichkeit, mehr Dinge zu bestellen, als man wirklich behalten will, ein gewisses Einkaufsvergnügen. Schließlich kann man ja auch in jedem Laden mehrere Kleidungsstücke mit in die Kabine nehmen und anprobieren. Der Umwelt aber tun diese massenhaften Rücksendungen gar nicht gut. Im Jahr 2020 wurden nach Angaben von Statista 315 Millionen Pakete an Online-Händler zurückgeschickt. Das heißt: 315 Millionen Fahrten umsonst.
  6. Nutzen Sie die Größenberater der Onlineshops. Das spart mögliche Retourlieferungen. Muss die Ware doch zurückgeschickt werden, sollte auf alle Fälle das alte Verpackungsmaterial genutzt werden.

Vielleicht ist der Einfluss des einzelnen Kunden auf die Nachhaltigkeit des Online-Shoppens nicht groß. Bedenkt man aber, dass laut Statista im Jahr 2021 95 Prozent der Internet-Nutzer ab 16 Jahren online einkauften – das sind mehr als 63 Millionen Menschen –, ist das schon eine Einkaufsmacht, die das Umweltverhalten der Online-Händler und -Transporteure sehr wohl in Richtung Nachhaltigkeit lenken kann.

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