Soziale Netzwerke beim Online-Gaming

Online-Spiele sind beliebter denn je, gerade in Zeiten von Corona. Viele kostenlose Multiplayer- und Social-Network-Games ermöglichen das Spielen mit Freunden und Unbekannten. Das birgt auch Gefahren. Lesen Sie im folgenden Blogartikel, worauf Sie beim gemeinsamen Spielerlebnis achten sollten und wie Sie Ihre Kinder in der virtuellen Welt des Spiels begleiten können.

Immer und überall und mit jedem gemeinsam spielen

Fast alle Computerspiele sind inzwischen darauf ausgerichtet, dass mehrere Leute miteinander spielen – als Team oder als Gegner, einer gegen alle oder alle für einen, als Jäger oder als Gejagter. Viele Spiele, selbst die angesagtesten Games, werden nicht mehr verkauft, sondern liegen kostenlos zur allgemeinen Benutzung auf einem Server. Die immer schneller werdende Datenübertragung macht es möglich, dass man störungsfrei weltweit miteinander virtuell die Welt retten kann. Wer über Highspeed-Internet verfügt, hat viel Freude an diesen immer komplexer werdenden Videospielen.

Neben den Multi-Player-Games, die auf einen Browser geladen sind, haben die Hersteller die sozialen Medien als Plattform für sogenannte Social-Network-Games entdeckt, die vor allem für mobile Endgeräte konzipiert sind. Spielen kann man immer und überall und mit jedem. Die Spieleentwickler fischen nach ihren Kunden vermehrt in den sozialen Netzwerken wie Facebook, wo viele Jugendliche unter 18 Jahren unterwegs sind. Und da die Spiele kostenlos sind, kann jeder sie herunterladen, auch schon die Jüngsten, die noch gar kein Taschengeld erhalten.

Es kostet ja nichts …

Und genau das ist das Problem. Die Spiele basieren auf dem Freemium-Modell, also auf einem Geschäftsmodell, bei dem das Basisprodukt kostenlos angeboten wird, während alle Erweiterungen richtig viel Geld kosten. Jeder kann sich bei einem solchen Spiel anmelden und bekommt Zugang zu einer Grundversion. Schon bald wird er merken, dass ihm viele Zusatztools fehlen, um mit seinen Mitspielern mithalten zu können. Kein Problem, die Firmen bieten natürlich alles, was ein Spielerherz begehrt: neue Charaktere, neue Skills, bessere Ausstattung, schnellere Erfolge, kürzere Wartezeiten, neue Levels und nicht zuletzt auch eigene Währungen. Für diese scheinbar kleinen Extras lassen die Firmen die Gamer richtig bluten.

Mit Spielgeld gut verdienen

Eltern haben damit nicht nur den Zoff mit ihren Kindern bezüglich genehmigter Computerzeiten – nun kommt auch noch die ständige Drängelei dazu, mehr Geld für weitere Module bereitzustellen.

Aber auch erwachsene Spieler mit eigenem Einkommen verfallen schnell diesem Geschäftsmodell. Gerade in Corona-Zeiten gilt: Man gönnt sich ja sonst nichts – und schon wird die Kreditkarte gezückt für das nächste unübertroffene Fluggerät bei Fortnite oder Minecraft.

Eher subtil schmeißen sich die Hersteller kostenloser Spiele an die Spielefans heran, wenn sie eine sogenannte Game-Währung anbieten, das heißt ein Guthaben, das für reales Geld gekauft oder im Spiel verdient werden kann. Es kann auch mit Werbung auf der Plattform des Spielers, mit Gutscheinen für andere Online-Shops oder mit der Teilnahme an Umfragen eingelöst werden. Für Hersteller ist Spielgeld ein einträgliches Geschäft.

Tipps zu In-Game-Käufen

In-Game-Käufe können so schnell zur Kostenfalle werden. Darum:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick, was die kostenlose Variante eines Spiels bietet und welche teuren Tools für ein Weiterkommen notwendig sind. Lesen Sie vor dem Herunterladen Bewertungen von Nutzern.
  • Behalten Sie im Blick, welche Daten während des Spiels abgefragt werden, beispielsweise, um Game-Währung überwiesen zu bekommen.
  • Schützen Sie Kaufvorgänge zusätzlich mit einem Passwort beziehungsweise deaktivieren Sie die Möglichkeit des Kaufs von Zusatzmodulen.
  • Unterbinden Sie kostenpflichtige In-Game-Käufe für Kinder und Jugendliche.

Vertrauen statt Stress und Verbote

Aber natürlich gibt es auch Anbieter, die ganz ohne kommerzielles Interesse Spiele kostenlos in den sozialen Medien anbieten. Ein Anliegen steckt trotzdem dahinter. Meist geht es in den Spielen darum, eine Idee zu befördern – sei es die Idee der Erhaltung der Umwelt oder des Tierwohls oder der autofreien Innenstadt. Ob die Entwickler solcher Spiele immer in Ihrem Sinne aktiv sind und sich sozusagen spielend an Ihre Kinder heranpirschen, sollten Sie unbedingt im Blick behalten.

Schließlich sollte Ihnen auch immer bewusst sein, dass sich in jeder großen Herde schwarze Schafe gut verstecken können. Unter den vielen Mitspielern, die Ihr Kind erreichen, können durchaus auch Menschen mit unlauteren Absichten stecken, angefangen bei Kriminellen, die Daten erkunden wollen, bis hin zu Pädophilen.

Reden Sie mit Ihrem Kind am Abend, welche Freunde, alte oder neue Bekannte sich am Spiel beteiligt haben, welche Gespräche es außerhalb des Spiels gegeben hat; unterhalten Sie sich über tolle, aber viel zu teure neue Zusatzmodule. Seien Sie beim Spiel an der Seite Ihres Kindes. Eine vertrauensvolle Atmosphäre, nicht Stress und Verbote, bilden die Grundlage, dass Multiplayer- und Social-Network-Games Spaß machen – möglichst der ganzen Familie.