Messaging Dienste gibt es viele – wir geben einen Überblick

Handy zücken und mal schnell Bescheid sagen? Na klar, es gibt doch WhatsApp und den Facebook Messenger. Freunde, Bekannte und ganze Gruppen lassen sich damit problemlos erreichen. Doch welche Messenger gibt es eigentlich noch? Was können sie, außer Nachrichten zu verschicken? Und wie sicher ist ihre Nutzung?

Weltweit dabei

Fast jeder kennt WhatsApp – den globalen Marktführer. Es gibt weltweit nur 25 Länder, in denen WhatsApp nicht die Nummer eins der Messenger-Dienste ist, darunter China. In Deutschland verwenden unglaubliche 80 Prozent der Internetnutzer WhatsApp, Tendenz steigend. Der zweite Big Player ist Facebook Messenger mit einer Nutzerquote von rund 50 Prozent in Deutschland. Beide Dienste gehören zum US-amerikanischen Facebook-Konzern. Sie sind allerdings nicht unumstritten. Kritiker bemängeln unter anderem einen nicht ausreichenden Datenschutz und die Weitergabe von privaten Nutzerdaten, die kommerziell ausgeschlachtet werden.

Jenseits des Mainstreams

Aber sonst? Könnten Sie auf Anhieb drei weitere Dienste nennen? Dann gehören Sie schon zu den Kennern. Obwohl es mittlerweile mehr als zwanzig Messenger-Dienste mit unterschiedlichen Funktionen und Arbeitsweisen gibt, sind viele davon nur wenig bekannt. Besonders beliebteste Messenger-Dienste sind Discord, Hoccer, Kik, Telegram, Threema, Signal, Skype, Slack, Viber, Wire und XMPP.

Messenger-Dienste – mehr als nur Nachrichten versenden

Sämtliche Dienste können Textnachrichten, Fotos, Filme oder Sprachdateien verschicken. Die meisten erlauben zudem Gruppenchats und das Teilen von Dokumenten und Kontaktdaten. Viele ermöglichen kostenloses internetbasiertes Telefonieren. Doch es gibt auch Unterschiede … vor allem, wenn es um Sicherheit, Datenschutz und Funktionen geht.

Signal: Mit Idealismus durch die Datenwelt

Der Open-Source-Messenger Signal (mit Sitz in den USA) wird durch Spendengelder finanziert und von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben. Deren erklärtes Ziel ist es, allen Menschen in geschützter Privatsphäre den freien Meinungsaustausch zu ermöglichen. Sämtliche Unterhaltungen zwischen Einzelpersonen und in Gruppenchats werden bei Signal automatisch verschlüsselt, Gleiches gilt für die Weiterleitung von Fotos, Filmen, Dokumenten und Kontaktdaten. Telefonieren und Videochats übers Internet sind möglich, und es gibt ein besonderes Detail für zusätzliche Sicherheit: sich selbst zerstörende Nachrichten, die nach einer begrenzten Zeit wieder verschwinden.

Nachrichten vor fremden Augen schützen

Beim Thema Verschlüsselung ist Signal nicht allein. Für Einzelchats bieten mittlerweile die meisten Apps die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an, sodass Nachrichten nicht von Unbefugten mitgelesen werden können. Bei den Gruppenchats sieht das schon wieder anders aus. Wer darauf Wert legt, wird neben Signal auch bei Hoccer, iMessage, Threema, WhatsApp, Wire und XMPP fündig.

Threema: Schweizer Wertarbeit

Ein als besonders sicher geltender Messenger-Dienst in Europa ist das Schweizer Unternehmen Threema. Schwerpunkt ist neben der Sicherheit ein hoher Datenschutzstandard, weshalb viele Unternehmen Threema für ihre Business-Kommunikation nutzen. Zusätzlich zum üblichen Messenger-Spektrum bietet Threema beispielsweise die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen. Nicht angeboten wird Video-Telefonie. Um Threema als Privatperson zu nutzen, ist einmalig eine Gebühr von zwei bis drei Euro zu entrichten.

Telegram

Der Open-Source-Messenger hat seinen Sitz in Dubai, die Entwickler empfinden sich aber als globale Nomadentruppe. Telegram ist kostenlos verfügbar, und der Medien- und Datenaustausch funktioniert sehr gut. Kritik steckt Telegram wegen Sicherheitsbedenken und intransparenter Unternehmensstrukturen ein und weil standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen fehlen. Wer darauf besteht, muss bei Telegram die sogenannten Geheimchats nutzen.

Eine gute Wahl treffen

Fast alle Messenger sind relativ einfach bedienbar. Je mehr Funktionen eine Anwendung hat, desto mehr muss man sich allerdings einarbeiten. Insgesamt gilt: Zu vergleichen und sich zu informieren lohnt sich, um den passenden Messenger-Dienst für die eigenen Zwecke zu finden.