Lesen im digitalen Zeitalter

Lesen ist nicht die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Ganz oben auf der Liste der Favoriten für den Zeitvertreib stehen Fernsehen, Musik hören, Telefonieren und Surfen im Internet. Lesen verliert zunehmend an Attraktivität. Im Jahr 2016 gaben laut Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalysen AWA noch rund 9,8 Millionen Personen in Deutschland an, täglich ein Buch in die Hand zu nehmen. Im Jahr 2020 waren es noch rund 8,6 Millionen. Doch was heißt Buch? Während das gedruckte Buch zwar den Büchermarkt dominiert, aber Anteile verliert, erfreut sich das E-Book zunehmender Beliebtheit. Der Trend geht eindeutig zum Digitalen.

E-Books auf dem Vormarsch

Während der Coronakrise ist Lesen wieder beliebter geworden, so das Ergebnis einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom vom Herbst 2021. Mehr Menschen als im Vorkrisenjahr 2019 griffen zum Buch. Die Angehörigen der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen waren dabei im Jahr 2020 die eifrigsten E-Book-Leser: Mehr als 55 Prozent der Befragten gaben an, E-Books zu nutzen. Zum Vergleich: Die Gruppe ab 65 Jahren hatte nur einen Anteil an der E-Book-Leserschaft von zwölf Prozent.

Nach Angaben der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse, Winter/Frühjahr 2020/21, lasen 2015 8,5 Prozent E-Books – fünf Jahre später hatte sich dieser Anteil fast verdoppelt. Dementsprechend legte der Umsatz von E-Books kräftig zu. Trugen digitale Bücher noch vor acht Jahren gerade mit 0,5 Prozent zum Umsatz der Buchbranche bei, so waren es im ersten Halbjahr 2021 bereits 7,9 Prozent, so die Statistik-Agentur Statista.

Warum E-Books gelesen werden oder auch nicht

An der Frage „E-Book oder klassisches Buch?“ scheiden sich die Geister. Vor allem die ältere Generation will ein gedrucktes Exemplar in der Hand halten, das Papier riechen, die Seiten umblättern und das Exemplar nach dem Lesen in das Bücherregal einordnen. Printausgaben werden nicht nur wegen ihrer Inhalte geliebt – auch eine ansprechende Gestaltung und gutes Papier sind wichtige Kriterien für den Bucherwerb.

Die unter 45-Jährigen dagegen akzeptieren mehrheitlich die Lektüre auch längerer Texte am Bildschirm. Auf vielen Feldern beschleunigt sich der Trend zur Information im Internet. Nach AWA-Angaben haben 2020 beispielsweise 9,1 Prozent aller Zeitungsleser die digitalen Ausgaben abonniert, verglichen mit 4,7 Prozent 2014. Und wer mit der Digitalisierung vertraut ist, sieht vor allem die Vorteile der digitalen Büchervariante: Ein E-Book hat kein Gewicht. Man kann es ständig bei sich tragen, und es nimmt nach dem Lesen keinen Platz weg. Für digitale Bücher werden keine Bäume gefällt und sie landen nicht im Altpapier. E-Books werden unkompliziert online gekauft, das heißt: Kaum, dass man sich für das Buch entschieden hat, kann man es sich herunterladen und mit dem Schmökern beginnen. Zudem sind E-Books preiswerter als ihre gedruckten Pendants.

Online-Shops mit großem Angebot

Nahezu alle Buchhändler, die ihre gedruckten Bücher online anbieten, haben diese auch als E-Books im Sortiment. Darüber hinaus gibt es spezielle Shops für E-Books. Genannt seien hier nur die großen Händler. Amazon bietet über 3,7 Millionen elektronische Bücher an, 350.000 davon auf Deutsch und einige sogar kostenlos. Fast 300.000 deutsche Titel gibt es bei ebook.de. Auf Apple-Geräten sind E-Books vorinstalliert, sodass man sie kostenlos lesen kann. Kaufen kann man über den speziellen Shop Apple Books.

Zudem bieten Bibliotheken digitale Lektüre an. Über Onleihe können jederzeit und überall elektronische Medien ausgeliehen werden, allen voran E-Books. Nach Ablauf der Leihfrist sind die ausgeliehenen Titel nicht mehr erreichbar. Eine Rückgabe ist überflüssig, Mahngebühren fallen niemals an.

Aussicht: Datenspeicher statt Bücherregale

Obwohl das gedruckte Buch gegenwärtig im Lesemarkt die Nase vorn hat, ist der Vormarsch des E-Books vorprogrammiert. Schon allein die Tatsache, dass tatsächlich vor allem die ältere Generation am Gedruckten festhält, lässt erahnen, dass die Vorherrschaft von Print-Ausgaben nicht ewig dauern wird. Sind die Älteren noch stolz auf ihre Bücherwände in der Wohnung, so hat die junge Generation weder Platz noch Interesse daran, mit Nietzsche oder Fontane in den Regalen zu glänzen. Wo die Digitalisierung Einzug gehalten hat, wo Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s beispielsweise von Netcom Kassel die Bewohner mit Highspeed-Internet versorgen und fast unbegrenzt Speicherkapazitäten zur Verfügung stehen, wird das gedruckte Buch über kurz oder lang das Nachsehen haben. Laut „German Entertainment and Media Outlooks“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) tragen E-Books maßgeblich zum voraussichtlich wachsenden Gesamtumsatz des deutschen Buchmarkts bei: Der Umsatz von E-Books soll von knapp 1,15 Milliarden Euro im Jahr 2020 bis zum Jahr 2025 auf rund 1,59 Milliarden Euro steigen.

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