Im Visier von Cyberkriminellen: Aktuelle Hackerangriffe – und wie Sie sich zuverlässig schützen!

Seitdem im letzten Jahr mehrere bekannte Unternehmen öffentlichkeitswirksam Opfer von Hackern wurden, ist das Problem der Cyberkriminalität endgültig im Alltag angekommen – mit deutlich spürbaren Auswirkungen für die Menschen. Von lahmgelegten Kartenzahlungen und Bestellungen in allen Märkten eines Elektronikriesen[1] über die eingeschränkte Erreichbarkeit per Telefon und E-Mail bei einem Autovermieter[2] bis hin zu leeren Zapfsäulen in den USA wegen einer deaktivierten Pipeline[3] zeigt jeder Fall auf, wie schnell und unvermittelt Gewohntes zum Erliegen kommen kann.

Phishing & Co.: Privatpersonen im Fokus von Hackern und Cyberkriminellen

Das Perfide daran: Unternehmen kann es dabei genauso schnell erwischen wie den einzelnen Verbraucher – und das nicht nur, weil gewohnte Funktionen und Services bei den betroffenen Firmen nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. Erbeuten Cyberkriminelle auf ihren digitalen Raubzügen persönliche Informationen wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen, dann erhalten sie damit quasi uneingeschränkten Zugriff auf Ihre sensibelsten Daten, angefangen beim E-Mail-Postfach bis hin zur Banking-App oder zu PayPal. Die Verbraucherzentrale warnt daher regelmäßig vor Phishing-Attacken, bei denen die Unachtsamkeit der Internetnutzer gezielt ausgenutzt wird. Mit täuschend echt aussehenden E-Mails oder Websites wird dabei versucht, den Nutzer zur Ein- und Preisgabe wertvoller persönlicher Daten zu bringen.[4]

Fünf Tipps für nachhaltigen Sofort-Schutz

Doch auch wenn die Gefahr von Phishing & Co. kontinuierlich zunimmt, sind Sie als Nutzer den Cybergefahren nicht schutzlos ausgesetzt. Schon vermeintlich kleine Maßnahmen haben häufig eine erstaunlich große Wirkung. Denn die agierenden Hackergruppen setzen bei ihren Angriffen insbesondere auf Quantität: Sie gehen möglichst großflächig vor und suchen nach „leichten Opfern“ – also Internetnutzern, die ihre Systeme gar nicht oder nur sehr unzureichend vor externen Bedrohungen schützen. Folgende fünf Tipps helfen, Ihre digitale Identität nachhaltig vor unberechtigten Zugriffen zu sichern:

  1. Nutzen Sie Antiviren-Programme! Die Software überprüft Ihr System auf mögliche Schwachstellen und warnt Sie, sobald eine Gefährdung vorliegt. Zudem scannt sie Dateien, noch bevor Sie sie herunterladen, auf enthaltene Viren, Trojaner & Co. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verweist als Basisschutz auf die integrierten Antiviren-Programme[5], die mit dem Betriebssystem mitgeliefert werden, beispielsweise Windows Defender. Zudem seien die Produkte aller namhaften Hersteller wie Avast, Avira, Bitdefender oder Norton empfehlenswert – und in der kostenlosen Version oft vollkommen ausreichend. Möchte man aber einen Kinderschutzfilter einrichten oder die eigenen Online-Aktivitäten in Echtzeit monitoren lassen, dann könne sich auch ein kostenpflichtiges Upgrade durchaus lohnen, so die BSI-Empfehlung.[6]
  2. Halten Sie Ihr Schutzprogramm auf dem neuesten Stand! Da sich Ransomware (schädliche Software, die den Zugriff auf Daten und Systeme unterbindet und damit Lösegeld erpressen soll) ständig verändert, sollten Sie Ihre Antiviren-Software regelmäßig updaten. Nur so können Sie sicher sein, dass neu entdeckte Schlupflöcher oder besonders gut getarnte Viren zuverlässig erkannt und abgewehrt werden. Dasselbe gilt auch für regelmäßige Sicherheitsupdates Ihres Betriebssystems, insbesondere dann, wenn Sie Windows nutzen. Windows-basierte Systeme sind generell anfälliger für Viren als beispielsweise Mac-Computer oder Apple iPads. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie in den Einstellungen Ihres Windows-PCs bzw. -Laptops festlegen, dass Sie auf verfügbare Sicherheitsupdates automatisch hingewiesen werden.
  3. Verwenden Sie Zwei-Faktor-Authentifizierungen! Ob beim Online-Bezahlen oder beim Zugang zu sozialen Netzwerken: Wählen Sie, wenn möglich, stets die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dafür geben Sie Ihre Zugangsdaten wie gewohnt im Internet ein. Zusätzlich erhalten Sie einen nur einmalig gültigen temporären Einwahlcode per E-Mail oder SMS. Damit machen Sie Unbefugten den unerlaubten Zugriff doppelt schwer – schließlich müssten Cyberkriminelle gleich zwei Ihrer Geräte hacken, um an die richtigen und vollständigen Login-Daten zu gelangen.
  4. Wählen Sie sichere Passwörter! Ein Passwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen, darunter mindestens eine Ziffer, ein Groß- und Kleinbuchstabe sowie ein Sonderzeichen. Kombinationen, die im Duden vorkommen, sollten Sie dabei ebenso vermeiden wie Geburts- und Hochzeitsdaten. Nutzen Sie zudem jedes Passwort nur einmal – anderenfalls erhalten Hacker beim erfolgreichen Knacken eines Zugangs gleichzeitig Zugriff zu vielen anderen Portalen und Plattformen, auf denen Sie aktiv sind. Ein Passwortmanager kann Ihnen helfen, die unzähligen Logins zu verwalten, die Sie tagtäglich benötigen. Die intelligenten Tools halten Ihre Zugangsdaten zuverlässig unter Verschluss – und Sie brauchen sich nur noch ein einziges Master-Passwort zu merken. Übrigens: Auch Ihren Router – als Zugang zum WLAN – sollten Sie mit einem besonders sicheren Passwort versehen, ebenso wie Ihr Smartphone und andere mobile Endgeräte. Unabhängig davon, welche Methode Sie wählen, um Passwörter zu erstellen, empfiehlt sich das regelmäßige Wechseln.
  5. Seien Sie vorsichtig! Hacker sind geschickt. Sie spielen oft mit der Angst der Verbraucher. Nachrichten wie „Reagieren Sie sofort, ansonsten wird Ihr Konto gesperrt“ sind heute keine Seltenheit mehr. Seien Sie im Zweifel immer erst einmal zurückhaltend. Eine solche E-Mail würde Ihre Bank Ihnen niemals zusenden! Wenn Sie dennoch unsicher sind, greifen Sie zum Telefonhörer und fragen Sie beim Kundenservice nach. Auch unbekannte Links oder Dateianhänge sollten Sie stets kritisch hinterfragen. Hier gilt die Devise: Lieber einmal zu vorsichtig sein, statt Hackern leichtfertig in die Hände zu spielen.

 

[1] www.focus.de/finanzen/boerse/webshops-nicht-betroffen-cyber-attacke-auf-mediamarktsaturn-legt-systeme-lahm-ueber-3000-server-betroffen_id_24407981.html

[2] https://www.spiegel.de/netzwelt/web/sixt-hackerangriff-beeintraechtigt-kunden-a-71f6bd11-1747-4052-9e80-a632976a6f02

[3] https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_90020268/usa-leere-zapfsaeulen-nach-cyberattacke-auf-benzin-pipeline.html

[4] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/phishingradar/phishingradar-aktuelle-warnungen-6059

[5] https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/digitaler_Verbraucherschutz/Publikationen/BSI_CS_019.pdf?__blob=publicationFile&v=1

[6] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber-Sicherheitsempfehlungen/Virenschutz-Firewall/Virenschutzprogramme/virenschutzprogramme_node.html;jsessionid=55967A4292E9B4082AF172A6848EB79D.internet471#doc504492bodyText3

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